Häufige Fragen

 

Was zeichnet die GMS Karlsbad – Waldbronn aus?

Wir an der GMS Karlsbad – Waldbronn sind der Überzeugung, dass jeder in einer Gemeinschaft (und damit auch in der GMS) willkommen sein sollte. Er wird wertgeschätzt und in seiner ganzen Person wahrgenommen und begleitet. Außerdem möchten wir, dass Schule Freude am Tun und Lernen bedeutet. Aus diesem Grund stehen Schülerinnen und Schüler in ihrer Vielfalt im Mittelpunkt und werden in ihrer ganzen Person geschätzt und gefördert. Schule verstehen wir als Lern- und Lebensraum, in dem jeder in seiner Einzigartigkeit Verantwortung für sich, das Gegenüber und andere übernimmt. Eine positive Atmosphäre ist uns wichtig. Diese ruht auf der Basis von Vertrauen, Humor, Freundlichkeit und dem Vermitteln gelebter Werte. Deshalb achten wir grundsätzlich auf…

• Stärkung des “Wir-Gefühls“.
• die Anbahnung der Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung für sich und andere.
• das Vermitteln von Vertrauen, Toleranz und Respekt.
• die gemeinsame Freude am Gelingen auch kleiner Dinge.
• das Teilen von glücklichen und traurigen Momenten.

 

Viele Informationen über die GMS finden Sie auf unserer Website. Ein allgemeines Video zu den Gemeinschaftschulen finden Sie hier: https://www.youtube.com/watch?v=dHp9FYdKsiY

Häufige allgemeine Fragen werden auch unter http://www.km-bw.de/,Lde/Startseite/Schule/FAQ beantwortet.

Warum Gemeinschaftsschule und nicht Gesamtschule?

 

 

 

 

Der Begriff Gemeinschaftsschule und die GMS selbst unterscheiden sich von dem Begriff von Gesamtschulen, wie er in Bundesländern außerhalb Baden – Württembergs genutzt wird. Eine Gemeinschaftsschule ist MEHR als die bloße Zusammenlegung des dreigliedrigen Systems und umfasst meistens noch ein Ganztagesprofil und die Förderung der Stärken als Grundpfeiler einer Gemeinschaft sowie persönliche Betreuung durch Coaches. Überzeugen Sie sich beim Tag der offenen Türen von der GMS Karlsbad – Waldbronn und Sie werden merken, dass wir nicht bloß eine neue Schulform sind. 🙂

Gibt es überhaupt richtige Lehrer? Man liest immer nur von Lernbegleitern.

Ja, alle Kollegen sind „echte“ Lehrer. An der GMS Karlsbad – Waldbronn arbeiten Lehrer aus dem Gymnasialbereich und dem Sekundarschulbereich (ehemalige Begriffe: Realschule und Hauptschule) gemeinsam und gemeinschaftlich. Alle an der GMS eingesetzten Lehrerinnen und Lehrer verfügen über eine gute wissenschaftliche Ausbildung in ihren Unterrichtsfächern und in Erziehungswissenschaft. Das Jugendbegleiterprogramm des Landes ermöglicht uns auch Angebote zu stellen, die von Lehrkräften nicht abgedeckt werden (z.B. AGs, Pausensport, Mittagsbandsport,…). Lernbegleiter ist ein recht neuer Begriff in der Bildungslandschaft. Wir verwenden ihn momentan noch parallel zum Begriff Lehrer. Lernbegleiter deshalb, weil sie mit Schülern im engen Kontakt zu den erlernten Inhalten stehen und dem Schüler nicht nur belehren, sondern auch beim Lernen aktiv und ständig begleiten. Die Lerngruppenleiter sind die früheren Klassenlehrer. An der GMS gibt es immer Lerngruppenleiterteams, die einen großen Teil der Wochenstunden in einer Lerngruppe anbieten, so können echte Lehrer- Schüler- Bindungen entstehen, die wir als lernförderlich wahrnehmen.

Was ist dann ein Lerncoach?

Jeder Schüler an unserer Schule ist einem Lerncoach (oft der Lerngruppenleiter) zugeordnet, der sich alle vier bis sechs Wochen mit ihm zusammensetzt um mit ihm sein Tun, Lernen, Handeln und Sein an der GMS zu besprechen und zu reflektieren. Es werden schulische (z.B. Fachinhalte) und außerschulische Themen besprochen und dem Schüler so der Erwerb personaler Kompetenzen (Selbstdisziplin, Selbstreflexion, Übernahme der Verantwortung beim Lernen) ermöglicht. Diese Lerncoaches führen auch die Lernentwicklungsgespräche, die zweimal pro Jahr stattfinden.

Wieviele Schüler und Lehrer gibt es?

 

Zur Zeit unterrichten 45 LehrerInnen (LernbegleiterInnen) ungefähr 450 Schüler an der GMS Karlsbad – Waldbronn. Eine VKL Klasse für Flüchtlingskinder ist ebenfalls eingerichtet.

 

Werden Hausaufgaben gestellt?

 

An der GMS Karlsbad – Waldbronn werden keine Hausaufgaben gegeben, damit die Kinder nach dem Nachmittagsunterricht (Montag – Donnerstag bis 15:30 Uhr) Zeit und Freiraum für eigene Aktivitäten haben. Selbstverständlich dürfen Schüler ihr Material mitnehmen und nach dem Unterricht üben und vertiefen.

Welche speziellen Fächer bieten sie an?

 

Ab der fünften Stufe wird Englisch als erste Fremdsprache gelernt, Französisch wird als Übergangsfach angeboten und kommt als Wahlfach in der sechsten Stufe hinzu. Ab der siebten Stufe kann zwischen den Fächern Technik, AES (Alltag, Ernährung und Soziales) und Französisch gewählt werden. In der achten Stufe kommt ein weiteres Profilfach (IMP, NwT, Sport oder Spanisch) hinzu hinzu. Die jährlich wechselnden AGs (Kunst im Alltag, Rugby, Töpfern, Schulsanitätsdienst, Homepage etc.) und das Fach Bewegung runden unser Profil ab. Wir entwickeln regelmäßig neue Ideen, um Schule noch ansprechender für Schüler zu machen und führen regelmäßig schülerorientierte Projektwochen (z.B. Talentwoche) durch.

 

Warum Lernentwicklungsberichte statt Zeugnisse?

Eine Leistung in einer Ziffer festzuhalten ist uns allen zwar geläufig, doch sagt die Ziffer nichts über den Lernfortschritt und die Inhalte aus, die ein Schüler durchlaufen hat. So kann ein Schüler zwar schwach in Rechtschreibung sein, seine Aufsätze aber brilliante Ideen enthalten. In einer Note werden diese Teilbereiche gemittelt und die Aussage über die Leistung im Teilbereich kann nicht mehr getroffen werden. Durch den Text, der im Lernentwicklungsbericht für jeden Schüler für jedes Fach verfasst wird, kann man detaiierte Rückmeldungen über seine sozialen und fachlichen Leistungen und Entwicklung in den Teilbereichen eines Faches geben. Desweiteren wird auch das Engagement und die Mitarbeit formuliert, sodass ein Lernentwicklungsbericht mehr aussagt, als ein Notenzeugnis und auch bei Schülern zu einer Motivation statt einer Demotivation führt.

 

 

 

Auszug aus einem Lernentwicklungsbericht Bereich Englisch:

 

 

 

Es wurden die Themenbereiche „Stars, Verabredungen, Haushaltspflichten, Interviewfragen, Informationen einer
Programmübersicht verstehen, Sehenswürdigkeiten in London und Einkaufsgespräche; sowie die Grammatik zur
Bildung des Present Perfect und die Steigerung von Adjektiven im ersten Halbjahr behandelt. Der Schüler erfüllt die Kompetenzbereiche Grammatik, Sprechen, und Sprachmittlung voll. Die Kompetenzbereiche Hörverstehen,Schreiben und Leseverstehen beherrscht er überwiegend. Er beherrscht den Kompetenzbereich Lexik/ Vokabeln teilweise. Er war nicht gleichbleibend konzentriert und ausdauernd. Mehr Eigeninitiative im mündlichen Bereich wäre wünschenswert. Er arbeitete meistens selbstständig, jedoch nicht immer strukturiert und zielgerichtet.

 

Das sagt mehr aus als eine Ziffernnote, oder?

Was bedeutet Individualisierung und ILZ?

Unsere Schüler arbeiten in vielen Arbeitsphasen individuell an einem Lernplan oder gestellten Aufgaben. Der Schüler entscheidet selbst in welchem Tempo er welche Aufgaben bearbeitet. Eine Rückmeldung erfolgt über den Lernbegleiter und wird im Lerntagebuch eingetragen. Dadurch, dass sie oft selbst entscheiden können, was sie lernen möchten, übernehmen sie selbst einen erheblichen Teil der Verantwortung für ihren Lernerfolg und ihre Übungszeit. ILZ ist ein festes Unterrichtsfach und bedeutet individuelle Lernzeit. Es ist also die Lernzeit, in der individuell gelernt wird.

Was ist ein Lerntagebuch?

In das Lerntagebuch tragen alle Schüler mehrmals pro Woche ein, welche Ziele sie sich setzen und welche Lernerfolge sie in einer Woche hatten. Es enthält, ähnlich, wie ein Kalender, Übersichten über eine Woche und bietet zusätzlich Platz um Lernnachweise und Coachinggespräche einzutragen. Da es wöchentlich von Eltern unterschieben wird, dient es uns als Feedbackinstrument.

Was ist ein Lerninput?

 

Das ist eine Form der Inhalts- und Informationsvermittlung. Schülern werden in ihrer Lerngruppe oder in kleinen Gruppen stoffliche Inhalte und Informationen (z.B. „Wie multipliziere ich Brüche?“) vermittelt, die sie dann in Übungsphasen anwenden. Der Vorteil des Lerninputs ist, dass er individuell vom Lernbegeleiter gegeben werden kann und so zu den Bedürfnissen des Kindes passt. Die Inhalte werden im Lerntagebuch reflektiert. Wo früher (und bei uns geschieht dies auch an geeigneten Stellen) die gesamte Klasse unterrichtet wurde und 45 Minuten dem Lehrer zugehört hat, kann der Lehrer heute individuell auf die Lerner eingehen.

Wie sind die Erfahrungen beim Wechsel von und in eine andere Schule?

Die Kinder, die von anderen Schulen zu uns wechseln kommen nach einer etwa zweiwöchigen Gewöhnungsphase, die durch einen Lerngruppenleiter begleitet wird, gut im offenen System zurecht. Sie gewöhnen sich schnell an die freien, individualisierten Lernzeiten und empfinden in der Regel den Nachmittagsunterricht als eine gute Zeit. Fast alle Kinder, die in eine herkömmliche Regelschule wechselten, konnten sich nach einer gewissen Eingewöhnungszeit gut in den Schulalltag integrieren und konnten sich ihre Kompetenzen im Bereich Eigenständigkeit teilweise bewahren.

Lernen die Kinder so viel wie auf anderen Schulen?

Lernen und sich Wissen aneignen sind Grundbedürfnisse eines Kindes. Diese werden an der GMS gefördert und durch einen neuen Umgang mit dem Lernen selbst, weiterhin bedient. Die Kinder erarbeiten sich die Kompetenzen und Themen, die sich auch im Bildungsplan wiederfinden, mit Rücksichtnahme auf ihr individuelles Lerntempo und ihre individuellen Interessen. Dadurch sind die Schüler insgesamt weniger gestresst als in einem gleichschrittig vorranschreitenden Unterricht. Die Inhalte entsprechen den Vorgaben durch den Bildungsplan für die Sekundarstufe des Bundeslandes Baden – Württemberg. Für uns ist Lernen allerdings noch mehr: Wir schaffen durchs AGs, Wahlfächer und besondere Angebote, wie das Unterrichtsfach Bewegung (nicht Sport!) ein breites Spektrum an Möglichkeiten der Potenzialentfaltung. Wir bereiten alle Kinder auf den Abschluss vor, für den sie sich, nach eingehender Beratung, entscheiden. Somit lernt ein Kind, Motivation und Wille zum Lernen vorausgesetzt, ebensoviel wie an einer anderen Schulform und hat die Möglichkeiten sich in anderen Lernfeldern auszuprobieren.
Die Familie ist außerdem nicht zwangsläufig mit Hausaufgabenstress und Lernstress belastet, da jedes Kind in der Schule genügend Zeit für Übungen und Vertiefung auf seinem Niveau und in Anwesenheit von Lehrern erhält.

Welche Abschlüsse kann man machen?

Der Unterricht und die Inhalte an der GMS entsprechen den Niveaustufen für das Gymnasium, die Realschule und die Werkrealschule.

Hauptschulabschlussprüfung und Realschulprüfung können an der GMS abgelegt werden und werden selbstverständlich von den Lernbegleitern vorbereitet. Durch den Wechsel an eine weiterführende Schule können Schüler eine Hochschulreife erreichen.

Archive